Landesbischof Heinrich Bedford-Strohm

 

„Du musst dran glauben – Luther, Echter und Gerolzhofen“

 

Im Jahr 2017 jährt sich zum 500. Mal die Reformation. Auch wenn dieses Datum für Deutschland und die evangelische Kirche insbesondere von herausragender Bedeutung ist, ist es doch keineswegs der einzige Jahrestag, den es zu feiern oder auf jeden Fall angemessen zu würdigen gilt.

 

Vor 400 Jahren starb in Würzburg Fürstbischof Julius Echter von Mespelbrunn. Er war wohl einer der prägendsten, mächtigsten und einflussreichsten (Fürst-)Bischöfe Würzburgs; Er verstand es, für eine Vielzahl von Bauten und Projekten Geld auszugeben und gleichzeitig so zu wirtschaften, dass am Ende seines Lebens das Bistum besser gestellt war als zu Beginn seiner Bischofszeit. Bis heute steht er allerdings auch für die kompromisslose Durchführung der Gegenreformation. Wer im fürstbischöflichen Gebiet lebte, musste katholisch sein! So blieb für viele, die sich dem evangelischen Glauben zugehörig fühlten, nur die Entscheidung: Bleiben und katholisch werden oder evangelisch bleiben und gehen. Echte Wahlfreiheit war dies für die meisten nicht – wohin hätten die Leute auch gehen sollen?

 

Gehen oder bleiben? Was wie eine Frage des Glaubens aussah, war oft eine Frage des (Über-)Lebens.

Mit dem gehörigen zeitlichen Abstand erscheint die Härte, mit der Glaubensfragen zu Beginn der Neuzeit in unseren Breiten ausgetragen wurden, fremd und oft auch unverständlich. Es wäre aber zu kurz gesprungen, dahinter immer nur reines Machtkalkül zu vermuten. Beide Seiten – die katholische wie die evangelische – waren von ihrer Position ehrlich überzeugt.

Wie mit religiösen Überzeugungen umgehen? Diese Frage stellt sich bis heute, in einer völlig anderen Welt unter anderen Vorzeichen: Sie zu beantworten (oder es zumindest zu versuchen) ist Aufgabe jeder Religionsgemeinschaft, jeder Kirche, jedes Einzelnen.

 

„Du musst dran glauben – Luther, Echter und Gerolzhofen“. Ich bin gespannt auf die Impulse und den Weg, den das Wandeltheater nehmen wird. Seien Sie es auch! Wir sehen uns in Gerolzhofen.

 

Ihr Heinrich Bedford-Strohm, Landesbischof